Elektroden von Herzschrittmachern sind in der Regel auf eine lange Haltbarkeit ausgelegt. Wenn Elektroden ungewöhnlich früh versagen, stellt das betroffene Familien vor viele Fragen. In der Sprechstunde erläutert ein erfahrener Experte mögliche Ursachen, Risiken und wichtige Punkte, auf die Eltern achten sollten.
Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:
Unsere Frage betrifft die Erfahrungen der Elektrodenhaltbarkeit von Herzschrittmachern bei Kindern. Unser Sohn, 15, hat einen erworbenen vollständigen AV-Block und seit drei Jahren einen Schrittmacher (transvenös verlegt, Sensing im Atrium, also Bestimmung der Wahrnehmungsschwelle im Vorhof, und Stimulation in der Herzkammer).
Bereits nach 18 Monaten trat ein Isolationsdefekt an der Elektrode im Vorhof auf, der sich mit häufigen Fehlfunktionen (Oversensing-Episoden) äußerte. Ein Austausch beider Elektroden wurde umgehend durchgeführt. Nun trat dieser Fehler erneut nach weiteren 18 Monaten auf. Diesmal sind beide Elektroden betroffen, der Elektrodenaustausch wird ebenso wieder zeitnah erfolgen.
Nun fragen wir uns Folgendes: Treten solche gehäuften Defekte bei Kindern oft auf? Unser Sohn ist in den letzten drei Jahren schnell gewachsen, insgesamt rund 22 Zentimeter. Kann der wiederholte Defekt damit zusammenhängen? Ist ein Gerätezusammenhang denkbar? Gibt es andere Ursachen für solche häufigen Isolationsdefekte? Führen die häufigen Elektrodenwechsel und damit einhergehenden Eingriffe zu ungünstigen Vernarbungen an der Vene und an den Bereichen im Herzen, wo die Sonden befestigt werden? Was sollten wir wissen, worauf können wir achten? (Alma und Olaf S., Langenhagen)
Expertenantwort:
Tatsächlich kann es sich bei den von Ihnen geschilderten Problemen um einen schicksalhaften Verlauf handeln. Defekte an Elektroden sind immer möglich und kommen regelmäßig, zumeist jedoch erst nach Jahren vor. Jedoch kann es immer auch mit der Implantationstechnik sowie den verwendeten Elektroden (Hersteller gibt es verschiedene) zusammenhängen. Drei Elektrodendefekte in drei Jahren sind aus meiner Sicht aber schon eine sehr ungünstige Fügung und man sollte in diesem Fall sicher die Implantationstechnik und den Hersteller kritisch hinterfragen. Insbesondere die Sondenwechsel können tatsächlich auch zu dauerhaften Gefäßschäden beziehungsweise zum Verlust der entsprechenden Gefäße als Zugangswege führen.
Experte
Prof. Dr. med. Christian Paech ist geschäftsführender leitender Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Leipzig. Er unterstützt die Deutsche Herzstiftung als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats.
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