Sprechstunde

Nasenspray: Stand zur Anwendung bei Kleinkindern mit Herzrasen

Ein Leser fragt, ob Etripamil als Nasenspray künftig auch bei supraventrikulärer Tachykardie im Kleinkindalter eingesetzt werden könnte.

Ein Nasenspray zur Selbstbehandlung, das Herzrasen innerhalb kurzer Zeit stoppen soll: Ein Leser ist auf Berichte über den Wirkstoff Etripamil gestoßen und möchte wissen, ob das auch bei supraventrikulärer Tachykardie bei Kleinkindern angewendet werden könnte. Der Experte bezeichnet Etripamil als wahrscheinlich sehr effektive Therapieoption, verweist aber darauf, dass sie für Kinder in dieser Altersgruppe derzeit noch nicht zugelassen sind. Er erklärt, dass bei wiederholten Klinikaufenthalten das weitere Vorgehen eher über eine „normale“ medikamentöse Therapie in enger Absprache mit einem Kinderkardiologen ansetzen sollte, um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Ich habe kürzlich im Internet einen Artikel zum Thema „Gibt es bald ein Nasenspray gegen Herzrasen?“ über den neuen Wirkstoff Etripamil gefunden. Dieser soll als Nasenspray zur Selbstbehandlung geeignet sein und bei den meisten Personen in weniger als 30 Minuten einen normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Könnte dies auch bei supraventrikulärer Tachykardie bei Kleinkindern angewendet werden? Wie ist hier der Sachstand? Dies könnte für meine Enkelin, die im Sommer 2021 geboren wurde, beziehungsweise für ihre Eltern eine wesentliche Erleichterung darstellen und auch manchen Klinikaufenthalt entbehrlich machen. Was meinen Sie dazu? (Andreas M., Lüneburg)

Expertenantwort:

In dem von Ihnen gelesenen Artikel ist eine wahrscheinlich sehr effektive Therapieoption genannt, die uns künftig zur Verfügung stehen wird. Derzeit ist diese jedoch für Kinder in der Altersgruppe Ihrer Enkelin noch nicht zugelassen, die Zulassungsstudie läuft noch (NODE Study). Vor einer Dosisfindung und Testphase für Kinder wäre ich mit einem Kalziumantagonisten bei sehr kleinen Kindern ehrlicherweise vorsichtig. Demnächst wird uns diese Option jedoch hoffentlich, und aus meiner Sicht auch wahrscheinlich, zur Verfügung stehen.

Sofern Ihre Enkelin jedoch aktuell unter Episoden von Herzrasen leidet und diese zu wiederholten Klinikaufenthalten führen, sollte man aber sicher über eine „normale“ medikamentöse Therapie nachdenken. Normalerweise ist es in dieser Altersgruppe, zwar nur mit dauerhafter Medikation, jedoch meist gut zu steuern, dass keine Herzrhythmusstörungen auftreten, die ins Krankenhaus führen. Hier würde ich im aktuellen Falle und in enger Absprache mit einem Kinderkardiologen eher ansetzen.

Experte

Prof. Dr. med Christian Paech
Prof. Dr. med. Christian Paech MHBA

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