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Herzinfarkt rechtzeitig erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Je schneller ein Herzinfarkt behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen.

Mann fasst sich mit Schmerzen an die Brust
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Bei einem Herzinfarkt ist jede Sekunde Gold wert – je schneller er erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Chancen, keine schwerwiegenden Folgen davonzutragen oder nicht daran zu sterben. Doch viele Menschen zögern, den Notruf 112 zu wählen, und verlieren damit lebensrettende Zeit. Dabei gibt es deutliche Anzeichen für einen Herzinfarkt. Informieren Sie sich hier, wie Sie ihn schnell erkennen und was dann zu tun ist.

Lebensgefahr aus heiterem Himmel – so plötzlich geschieht ein Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt gerät unser Herz urplötzlich und völlig unerwartet in Not. Eine Region wird nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Das passiert dann, wenn sich ein Herzkranzgefäß verschließt. Denn die Blutgefäße sind für die Blut- und Sauerstoffzufuhr zuständig. Bei einem Verschluss können sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen – was fatale Folgen haben kann: Teile des Herzmuskels können absterben, wodurch die Pumpkraft des Herzens ein Leben lang herabgesetzt wird. Im schlimmsten Fall kommt es zu Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern), die unbehandelt tödlich sind. 

Beste Hilfe: sofort reagieren!

Schwerwiegende Folgen eines Herzinfarkts lassen sich am besten durch sofortige Hilfe verhindern. Wird ein Herzinfarkt schnell behandelt, kann sich das Herz sogar in der Regel vollständig erholen. Je länger der Herzinfarkt hingegen andauert, desto mehr Herzmuskelgewebe wird unwiederbringlich zerstört. 

Damit das Herz also eine Chance hat, ist es wichtig, die ersten Anzeichen eines Herzinfarkts zu kennen:
  • Starke Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb: Anzeichen für einen Herzinfarkt können Schmerzen sein, die überwiegend im Brustkorb oder häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten. Sie können in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen. Brustschmerzen oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe sind besonders alarmierend. Dahinter könnte die sogenannte instabile Angina pectoris (Brustenge) stecken, aus der sich jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Generell gilt: Halten die Schmerzen länger als fünf Minuten an, sollten Sie sofort handeln.
  • Massives Engegefühl: Viele Menschen spüren als Anzeichen für einen Herzinfarkt einen heftigen Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl im Brustkorb – so, als würde ihnen „ein Elefant auf der Brust stehen“. 
  • Heftiges Brennen: Im Brustkorb kann ein starkes Brennen auftreten. 
  • Angstschweiß mit kalter, fahler Haut: Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, spüren häufig starke Angst, die durch blasse Gesichtshaut und kalten Schweiß sichtbar wird.
  • Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch: Die Anzeichen für einen Herzinfarkt können auch recht unspezifisch sein – vor allem bei Frauen. Um auf Nummer sicher zu gehen und auch diese Symptome nicht zu übersehen, gilt die Empfehlung, immer dann einen Notarzt zu rufen, wenn die Beschwerden in einem noch nie zuvor erlebten Ausmaß auftreten.

Die Beschwerden durch eine koronare Herzkrankheit (KHK) können Vorbote des Herzinfarkts sein

In ca. 50 Prozent der Fälle gehen dem akuten Herzinfarktereignis in den letzten 24-48 Stunden Symptome voraus, die einen drohenden Herzinfarkt ankündigen. Brustkorbenge, Luftnot, auch nächtliches Erwachen mit Brustkorbschmerzen können Vorboten für ein Herzinfarktereignis sein. Charakteristisch bei Vorboten des Herzinfarkts ist es, dass die Beschwerden nach der Belastung wieder zurückgehen. Darüber hinaus gibt es einen Vorboten, der jahrzehntelang unbemerkt bleiben kann: Die koronare Herzkrankheit (KHK) löst Brustschmerzen und/oder Atemnot bei körperlicher Belastung oder auch seelischer Erregung aus. Die koronare Herzkrankheit kann jahrelang stabil bleiben, ist jedoch gefährlich, weil sie die Grundlage für den Herzinfarkt schafft. Sollten Sie solche Symptome an sich bemerken, ist eine zeitnahe Abklärung beim Kardiologen unbedingt erforderlich. 

Was tun im Notfall? Handeln, nicht grübeln!

Viele Menschen tun sich schwer damit, die Notrufnummer 112 zu wählen. Zögern Sie nicht, wenn Sie die oben genannten Anzeichen bei sich oder einer anderen Person entdecken. Sie fühlen sich unsicher und können sich einfach nicht dazu durchringen? Dann grübeln Sie nicht, sondern fahren Sie in die nächste CPU („Chest Pain Unit“, Brustschmerzambulanz). Die CPU ist Anlaufstelle für alle Patientinnen und Patienten mit akuten Brustkorbbeschwerden. Sie benötigen keine Überweisung und müssen sich auch nicht mit Anmeldungsformalitäten aufhalten. Die CPU ist rund um die Uhr geöffnet und mit allen modernen Geräten für die Notfallversorgung ausgerüstet. Alternativ können Sie sich natürlich auch an die Ambulanz einer Klinik wenden – im besten Fall verfügt sie über ein Herzkatheterlabor.  

Herzinfarkt-Anzeichen

  1. Frauen entwickeln andere Beschwerden – lesen Sie hier, welche das sind.
  2. Lesen Sie hier, welche Herzinfarkt-Anzeichen Sie unbedingt ernst nehmen sollten.
  3. Lesen Sie hier, warum Beinschmerzen auf ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko hindeuten können und bei welchen Symptomen Sie zum Arzt gehen sollten.

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer
Portrait von Prof. Voigtländer

12 Kommentare

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Walther H. Kirchberg

Ich hatte die aufgezeigten Symtome.Bin sofort in die Notaufnahme gefahren und am nächsten Tag wurden mir 2 Stents gelegt.Alles iO.Sofort handeln wenn möglich.

Ulrich S. Sangerhausen

Habe das alles so erlebt und erfolgreich und zeitnah gehandelt. Fazit alles super!

Annie C. Duisburg

Mein Vater und mein Mann hatten beide bereits einen Herzinfarkt. Die Anzeichen entsprachen genau der Schilderung oben. Ich wünschte ich hätte diese Seite schon früher gelesen!

Hartmut L. Werder

einfach und klar

Bernd L. Hamburg

Genau wie beschrieben kam bei mir auch vor. Einschnüten der Brust Druck bis zum Kiefer und in den Arm.

Andreas Bochum

Ich muss beruflich viel reisen und habe im Dezember 2018 einen Herzinfakt in Nigeria, Afrika erlitten. Schmerzen in den Schultern, Schmerzen im Kiefer bis in die Brust, übergeben ebenfalls. Im Hospital von Lagos konnte man nicht viel helfen, nur Blutverdünner. Wieder in Deutschland zurück habe dann In Bochum 2 Stenz bekommen und muss täglich Ticagrelor,ASS,Ramipril,Eplerenon und Atorvastatin einnehmen.2 Wochen nach meiner Stent Setzung bin ich wieder auf Reise gegangen. Zur Zeit im Oman.Seit meinem Herzinfakt lese ich regelmässig fast alles von der deutschen Herzstiftung und ich bin froh dass es sie gibt.

Jürgen Ingolstadt

Dank dieser Info konnte ich schnell einen Herzinfarkt bei mir identifizieren und die Rettung alarmieren. Durch die frühe Erkennung konnten große Folgeschäden vermieden werden. Habe zwar einen Stent bekommen, aber das Herz ist weiterhin I.O. Gott sei Dank!

Henri O. Echem

Das hat sehr geholfen.

Klaus-Peter S. Oberkrämer

Bitte nicht müde werden und weiter so! Danke für jeden Hinweis!

Suse Siegburg

Ja, es ist vor allem sehr gut und wichtig zu wissen, dass ein Herzinfarkt und die Symptome bei Frauen oftmals anders ablaufen als bei Männern, gerade auch Hinterwandinfarkte!!! Dank Herzstiftung.de tragen Sie zur Information sehr gut bei und haben dadurch schon viele Leben gerettet. DANKE :-)

Gerda F. Homburg

super, dass ich mich so gut informieren konnte. Vielen Dank dafür

L. Nürnberg

Klar und verständlich erläutert.