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Die Verbindung zwischen Liebe und Puls

Entdecke, wie Liebe und Emotionen Deinen Puls beeinflussen.

Wie beeinflusst die Liebe unseren Puls?

Liebe, Stress und auch andere Emotionen wie Angst haben einen erheblichen Einfluss auf unseren Puls und unser Herz. Wenn wir verliebt sind, steigt in diesen Momenten die Herzfrequenz, der Puls schlägt schneller und das Herz schlägt stärker. Es kann sogar zu Extraschlägen oder Aussetzern kommen. 

Übrigens: Auch wenn sich buchstäbliche Schmetterlinge nicht in unserem Bauch tummeln, können das Zusammenspiel von Hormonen, Endorphinen mit Aktivierung des autonomen Nervensystems und der Anstieg von Herzschlag und Blutdruck verantwortlich dafür sein, dass wir das berühmte Gefühl von 'Schmetterlingen im Bauch' verspüren, wenn wir verliebt sind. 

Gibt es wissenschaftliche Erklärungen dafür, warum der Puls steigt, wenn man verliebt ist? 

Wenn wir verliebt sind, sind verschiedene Hormone aktiv. Neben den bekannten Geschlechtshormonen wie Östrogen und Testosteron spielt auch das Stresshormon Adrenalin eine entscheidende Rolle. Dieses Hormon ist maßgeblich verantwortlich für das aufregende Herzrasen, das Verliebte oft verspüren. 

Auch das Verliebtsein stellt eine biochemische Stresssituation für unseren Körper dar. In dieser aufregenden Phase erhöht sich nicht nur die Herzschlagfrequenz, sondern auch die Menge an Blut, die mit jedem Herzschlag durch unsere Adern gepumpt wird. Dies vermittelt uns das Gefühl, dass unser Herz stärker schlägt. Die Wissenschaft nennt dies kardiovaskuläre Reaktivität, eine Messgröße, die die Antwort und Aktivität unseres Herz-Kreislauf-Systems auf äußere Stressfaktoren vermittelt. Ein gutes Tool, um diese Stressfähigkeit des Herzens wissenschaftlich zu messen, ist die sogenannte Herzfrequenz-Variabilität – also, wie gut unsere Herzfrequenz, also unser Puls, ansteigen und wieder abfallen kann in Stresssituationen, aber auch in Phasen der Entspannung. 

Wie unterscheidet sich der Puls bei Verliebtsein von anderen emotionalen Zuständen wie Aufregung oder Angst? 

Beim Frisch-Verliebtsein unterscheidet sich der Puls kaum von einer aufregenden oder angst-verursachenden Situation, da es sich um eine Stressreaktion des Körpers handelt. Aber es gibt hierbei auch körpereigene Endorphine und Hormone, die einem anders als bei Angst ein gutes Gefühl geben, wenn wir verliebt sind. Dazu gehört etwa das Glückshormon Dopamin. 

Interessanterweise synchronisieren sich unsere Herzschläge mit Menschen, die wir attraktiv finden, z. B. bei einem Date: Findet man sich attraktiv, so können die Herzfrequenzen gleichzeitig ansteigen – fällt der Puls ab, so auch beim Gegenüber. Ebenso beeinflusst die Atmung bei Paaren den Puls. Gemeinsame tiefe Atemzüge führen zur Senkung des Herzschlags beider Partner.  

Welche Auswirkungen hat Liebe auf die Gesundheit des Herzens und das Herz-Kreislauf-System?

Wie bereits erwähnt, ist die kardiovaskuläre Reaktivität, also die Art und Weise, wie unser Herz-Kreislauf-System auf äußere Faktoren wie Liebe reagiert, für unsere langfristige Gesundheit von Bedeutung. Dabei ist die Herzfrequenz-Variabilität ein wichtiger Messwert, um Stressreaktionen bei Menschen zu bestimmen. Hierbei werden einfach gesagt, die Schwankungen in der Zeitspanne zwischen den Herzschlägen gemessen. 

Menschen, die auf Stress mit erhöhten kardiovaskulären Reaktionen wie einem erhöhten Puls reagieren, haben ein höheres Risiko für Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien haben auch gezeigt, dass romantische Beziehungen unsere kardiovaskuläre Reaktivität beeinflussen können. Zum Beispiel erleben Paare während eines Streits eine erhöhte Herzfrequenz und einen erhöhten Blutdruck. Auf der anderen Seite wurde eine verminderte kardiovaskuläre Stressreaktivität beobachtet, wenn der Partner Unterstützung zeigt. Eine erhöhte Herzfrequenz-Variabilität – also eine hohe Bandbreite unserer Pulswerte – hingegen wird mit einer gesunden Anpassungsfähigkeit und einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht und trägt zur emotionalen Resilienz bei.

Kann Liebe tatsächlich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern?

Ja, Liebe – sogar rein platonische Beziehungen zu Freunden, Familie und Haustieren – bringen nicht nur physiologische Vorteile mit einer verbesserten Herzfunktion, sondern auch psychologische, Das Verhalten ändert sich durch moralische Unterstützung oder auch Ermutigungen für einen gesünderen Lebensstil. Forscher der Harvard-Universität haben in einer Studie festgestellt, dass gute Beziehungen im mittleren Alter der beste Prädiktor für eine gute Gesundheit im Alter sind. Dies unterstreicht die Bedeutung von sozialen Verbindungen und zwischenmenschlichen Beziehungen für unser Wohlbefinden.

Gibt es Unterschiede im Pulsverhalten zwischen verschiedenen Phasen einer Liebesbeziehung (z.B. Verliebtsein, langfristige Liebe, Trennung)? 

Ja, die Phasen der Liebe zeigen sich auch im Puls und in der Herzgesundheit. Am Anfang einer frischen Verliebtheit kann der Puls in die Höhe schnellen, begleitet von einer stressbedingten Reaktion. Während einer langanhaltenden Liebe werden Hormone wie Oxytocin, auch als Bindungshormon bekannt, ausgeschüttet. Diese Hormone wirken stressreduzierend und haben einen positiven Einfluss auf den Puls und die Herzgesundheit. So wird das parasympathische Nervensystem aktiviert, der Puls sinkt. Und die Herzfrequenz-Variabilität – also unsere herzeigene Form der Resilienz – wird größer. Dieses harmonische Gleichgewicht wird nach stressigen Phasen wiederhergestellt.

Jedoch kann auch das Ende einer Beziehung, sei es durch Trennung oder Verlust, eine Auswirkung auf das Herz haben. Das sogenannte 'Broken Heart Syndrome' , auch 'Tako Tsubo'-Kardiomyopathie genannt, kann durch eine große Stressreaktion, wie eine Trennung,  Tod eines geliebten Menschen oder eine Naturkatastrophe, ausgelöst werden. Wissenschaftlich wird hierfür eine nun viel zu hohe Ausschüttung von Adrenalin verantwortlich gemacht. Die Symptome ähneln einem Herzinfarkt mit Brustschmerzen und Atemnot. Dies tritt insbesondere bei Frauen in der Postmenopause auf und führt bei ihnen zu einer Funktionsstörung der linken Herzkammer und einer Herzschwäche. Herzrhythmusstörungen können ebenfalls auftreten.

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