Sprechstundenfrage

Wie lässt sich mein erhöhter Lipoprotein(a)-Wert senken?

Das Blutfett Lipoprotein(a) begünstigt Arteriosklerose und ist ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie wird bei hohen Blutwerten behandelt?

Arzt bespricht mit Patient das Thema Cholesterin
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Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Bei mir wurde ein sehr hoher Lipoprotein(a)-Wert im Blut festgestellt. Das beunruhigt mich sehr. Hohe Cholesterinwerte sind mir seitens meiner Familie sowohl mütterlicher- wie väterlicherseits vererbt worden. Mein Vater starb bereits im Alter von 45 Jahren an seinem dritten Herzinfarkt. Auch mein Groß- und Urgroßvater starben bereits mit weniger als 50 Jahren, beide hatten ebenfalls Probleme mit dem Herzen. Ich bin unsicher, was sich machen lässt, um mein Risiko zu senken – ich will nicht auch in noch jungen Jahren einen Herzinfarkt erleiden. Soll ich die Statine erhöhen? Mein Kardiologe meinte, das sollte ich nicht tun. Gaby M., Schwerin

Experten-Antwort:

Bei Lipoprotein(a), abgekürzt Lp(a), handelt es sich um einen der Eiweißstoffe, die für den Transport von Fetten im Blut zuständig sind. Studien der letzten Jahre zeigen, dass ein erhöhter Lipoprotein(a)-Spiegel ebenso wie ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel mit einem erhöhten Herz-Kreislaufrisiko einhergeht, weil es die Arteriosklerose, also das Verkalken von Blutgefäßen, begünstigt.

Als gefährlich stufen Ärzte Blutwerte von über 30 Milligramm pro Deziliter ein. 

Eine Arteriosklerose wird gefährlich, wenn die damit verbundene Ablagerung (Plaque) in der Gefäßwand plötzlich einreißt und sich an dieser Stelle ein Gerinnsel bildet. Das kann ein Gefäß plötzlich verschließen. Je nachdem, wo das passiert, kann so ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder ein Schlaganfall eintreten. Lipoprotein(a) gilt daher als zusätzlicher unabhängiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Nach Ihren Schilderungen ist davon auszugehen, dass die erhöhten Lp(a)-Werte wohl erblich bedingt sind.

Aktuell steht jedoch keine wirksame medikamentöse Therapie  speziell zur Lp(a)-Senkung zur Verfügung. Die derzeitige Therapie-Strategie basiert daher auf der Senkung des Gefäßrisikos insgesamt. Die Basis sind Nichtrauchen und körperliche Aktivität, weiterhin Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker. Besonders wichtig ist die Senkung des Cholesterins, um das Lipid-bezogene Risiko insgesamt zu senken. Hierzu kommen Statine und andere LDL-Cholesterinsenker in Frage. Wichtig: Dabei wird nicht das Lp(a) selbst gesenkt, sondern das Risiko insgesamt.

Neue Wirkstoffe, die spezifisch und potent Lp(a) senken können, sind in der klinischen Entwicklung und werden gerade in kontrollierten Studien erprobt.

In Fällen mit schwerer Gefäßerkrankung kann manchmal auch eine Lipidapherese kurzzeitig helfen. Das ist eine spezielle Blutwäsche, mit der Lp(a) aus dem Blut entfernt werden kann. Eine Apherese-Behandlung muss bei der Krankenkasse beantragt werden.

Herz-Tipp:

Da der Lipoprotein(a)-Spiegel genetisch festgelegt ist, wirken sich eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität nicht auf den Lp(a)-Wert aus. Aber: Ein gesunder Lebensstil, inbesondere regelmäßige Bewegung, ein kluger Umgang mit Stress, plus Rauchstopp und gesunde Ernährung beeinflussen nachweislich andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich Laufs
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